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BIOGRAPHIE
Geboren wird man nur einmal und nur an einem Platz auf dieser Welt. Warum es bei mir ausgerechnet Bad Oeynhausen sein musste, weiß kein Mensch. Außer vielleicht meine Eltern, die mussten doch irgendeinen Grund für solch eine Entscheidung gehabt haben. Ich kenne ihn nicht, denke aber das er sehr gut gewesen sein muss.
Im Grunde war meine Kindheit eine glückliche. Ich hatte Natur auf der einen, die Autobahn auf der anderen Seite und eine menge aufregender Abenteuer zu erleben. Auch wenn sich viele davon natürlich nur in meinem Kopf abgespielt haben.
Geprägt wurde ich literarisch, schon als Kind, vor allem durch diverse Bildergeschichten in Heftform. Die Großmutter arbeitete in einem Zeitschriftenversand oder so, ich weiß es nicht genau, und versorgte ihren Enkel mit Massen des gemalten Wortes. So war es also nur die schlussfolgende Konsequenz das ich in der Grundschule meine Handlungen mit den verschiedensten Wortlauten kommentierte.
Glücklicherweise wurde ich versetzt und schaffte sogar den Realschulabschluss. Heutzutage ist das ja auch nichts mehr, aber ich fand es irgendwie doch sehr schmeichelhaft. Hatte ich nicht von mir erwartet.
Grund dafür war wohl meine negativ gewachsene Einstellung zur Arbeit, Staat und Gesellschaft, die ich mit Pauken und Trompeten in die Kurstadt posaunte. Ok, Trompeten hatten wir nicht und Pauken auch nicht, aber wir waren zu dritt und haben ganz klassisch dem Deutschpunk gefrönt.
Was tut ein junger arbeitsscheuer Punker, der seine subkulturellen Ansätze von diversen Punkbands erlernte? Er bleibt dort wohnen und macht erstmal ne Ausbildung. Irgendwas mit Menschen, was soziales und interessantes. Etwas womit man die Welt beeinflussen kann, es aber eigentlich gar nicht will, weil es dann schon wieder Ausübung einer Macht anderen Menschen gegenüber wäre. Egal Karl, man macht alles anders als die anderen und dann wird das schon.
Der Herr lernt jetzt also in Minden und beendet diese Ausbildung mit winkenden Fahnen und trinkenden Freunden. Genüsse müssen ausgelebt werden. Man kann auch ohne Spaß Alkohol haben. In all dieser Zeit entstand auch das überaus überflüssige “BATTROCK” Fanzine, das sich ein paar Jahre später in eine Internetseite verwandelte und dann auch noch irgendwie zu nem kleinen Label für die eigenen Produktionen herhielt. Natürlich ist es schon lange nicht mehr überflüssig, nur leider kennt es kaum ein Mensch.
Gezeichnet hatte ich bis dato immer. Ich wußte nicht so recht wohin das alles führen würde, aber ich tat es. Ich entwickelte “Küchenkasi”, eine nette kleine Küchenschabe die mit ihren Freunden allerlei Unsinn anstellte.
In dieser Zeit entwickelte sich auch noch etwas anderes. Ein Wesen aus Bioplasma, entstanden allein aus dem Willen meines Geistes, ließ in Bremen einen, von mir identischen, Doppelgänger entstehen. Den physikalischen Gesetzen trotzend. Ist war, in Wirklichkeit lebt mein erster Körper noch immer in einem Keller in Bad Oeynhausen.
3 Bands später und ein paar kleine Veröffentlichungen in diversen Fanzines und Internetseiten zog ich aus um das Fürchten zu lernen. Nein das stimmt nicht, ich kann keine Angst empfinden. BIOPLASMAKÖRPER! Nun gut, ich zog dann also nach Berlin.
Hier begann nun alles Gestalt anzunehmen. Endlich war ich in der Umgebung die es mir ermöglichte all meine wirren Gedanken zu Papier zu bringen. Schluss mit Witzig, hier ist der Ernst des Lebens. Jetzt wird das gemacht was du schon als Kind wolltest und irgendwie immer nur irgendwie gemacht hast. KONZENTRIERE DICH, JUNGER SKYWALKER!
Ich habe es geschafft, jetzt müsste man nur noch davon Leben können. Oder ein eigenes Heft, oder Anerkennung in der Szene, oder nur einemal ein nettes Wort.
Dann geh ich halt weiter Malochen und verschenke meine Kreativität an den Kapitalismus.
Euer EMBE
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